BU-Rente: Wie hoch sollte sie wirklich sein?
Über die Frage, ob man eine Berufsunfähigkeitsversicherung braucht, ist fast alles gesagt. Die mindestens genauso wichtige Frage wird dagegen oft stiefmütterlich behandelt: Wie hoch soll die BU-Rente sein? Eine zu niedrige Absicherung ist einer der teuersten Fehler überhaupt – denn eine BU-Rente, die die Lücke nicht schließt, verfehlt ihren einzigen Zweck.
Die Faustregel: rund 80 Prozent vom Netto
Unsere Empfehlung – und die Rechenlogik in unserem FairCheck – lautet: Sichern Sie etwa 80 Prozent Ihres Nettoeinkommens ab. Warum nicht weniger? Weil im BU-Fall fast alle Kosten weiterlaufen: Miete, Lebenshaltung, Familie. Und warum nicht einfach „das Nötigste”? Weil zwei Posten gern vergessen werden:
- Ihre Altersvorsorge läuft im BU-Fall nicht weiter. Wer mit 40 berufsunfähig wird, zahlt womöglich 27 Jahre lang nichts mehr in die Rentenkasse oder den Sparplan ein. Die BU-Rente muss also nicht nur den Konsum decken, sondern auch das Weitersparen ermöglichen.
- Krankheit macht das Leben selten billiger. Zuzahlungen, Therapien, Umbauten oder Haushaltshilfe kommen im Ernstfall eher dazu.
Warum wir nicht mit der Erwerbsminderungsrente planen
In manchen Beratungen wird die gesetzliche Erwerbsminderungsrente von der Lücke abgezogen – das halten wir für einen Planungsfehler. Die volle Erwerbsminderungsrente setzt voraus, dass Sie keinerlei Tätigkeit mehr als drei Stunden täglich ausüben können – nicht nur Ihren Beruf. Viele Berufsunfähige erhalten sie deshalb gar nicht oder nur zur Hälfte. Wir planen grundsätzlich ohne sie: Kommt sie doch, ist es ein Bonus – kalkulieren sollte man mit ihr nicht.
Die Grenzen nach oben
Unbegrenzt absichern lässt sich ohnehin nicht: Versicherer prüfen die Angemessenheit und akzeptieren üblicherweise nur BU-Renten bis zu einem bestimmten Anteil des Bruttoeinkommens. Wer nahe an dieser Grenze abschließen möchte, sollte das sauber begründen können – auch das ist ein Punkt für die Beratung.
Heute richtig, morgen zu wenig: Dynamik und Nachversicherung
Eine BU-Rente, die heute passt, ist in 15 Jahren durch Inflation und Gehaltssprünge zu klein. Zwei Mechanismen halten den Schutz aktuell:
- Beitragsdynamik: Rente und Beitrag steigen jährlich um einen festen Prozentsatz – ohne neue Gesundheitsprüfung. Der Erhöhung können Sie in der Regel widersprechen, sollten es aber nicht reflexhaft tun.
- Nachversicherungsgarantien: Bei Anlässen wie Heirat, Geburt, Immobilienkauf oder Gehaltssprung lässt sich die Rente gezielt erhöhen – ebenfalls ohne Gesundheitsprüfung. Auf diese Klauseln achten wir bei der Tarifauswahl besonders.
Ihre Zahl in zwei Minuten
Wie viel 80 Prozent Ihres Nettos konkret sind, rechnet Ihnen unser FairCheck direkt im Browser aus – ohne E-Mail-Adresse, mit offengelegter Formel. Und wenn die Höhe steht, kommt der zweite wichtige Schritt: die Gesundheitsfragen sauber beantworten. Für alles dazwischen sind wir da – unsere Herangehensweise finden Sie auf der Seite zur Berufsunfähigkeitsversicherung.
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